Burnout Therapie Bremen

Burnout Therapie Bremen

Warst du bis vor kurzem noch Feuer und Flamme für deinen Beruf und dein Leben? Spürst du seit seitdem nur noch Leere, Kraftlosigkeit und fällt dir selbst das Aufstehen morgens schwer? Dann könntest du unter den Folgen des Burnout Syndroms leiden. In meiner Praxis für Neurodiversität und Traumatherapie hier in Bremen biete ich neben Traumatherapie und ADHS Diagnostik auch Burnout Therapie und Beratung an. Für mich sind die Symptome eines Burnouts nicht bloß die Symptome von Überforderung und Erschöpfung, sondern auch die Folgen von negativem Stress, Reizüberflutung und zu hohen Ansprüchen an sich selbst. Insbesondere Menschen mit hohem Leistungsanspruch / Leistungsdenken oder Hochsensibilität sind besonders gefährdet. 

Das Burnout-Syndrom ist laut der ICD-10  keine psychische Krankheit, sondern ein Phänomen, das die Fähigkeit beeinträchtigt, das Leben angemessen zu bewältigen. Betroffene fühlen sich regelrecht gelähmt, und die emotionale Erschöpfung dominiert ihren Alltag. Werden keine  Therapiemaßnahmen ergriffen, entsteht eine Abwärtsspirale mit schwerwiegenden Folgen.  

Inzwischen sind immer mehr Menschen von Burnout oder Compassion Fatigue (Mitgefühlsmüdigkeit) betroffen. Insbesondere Berufsgruppen aus dem sozialen Bereich wie: Lehrer, Ärzte, Pflegepersonal, Psychologe, Sozialarbeiter, Erzieher, Anwälte oder Polizisten sind vermehrt von diesem Phänomen betroffen.

Weil die Kriterien für eine Diagnose nicht einheitlich festgelegt sind, gibt es jedoch keine wissenschaftlich gesicherten Zahlen zur Häufigkeit des Burnout-Syndroms.

In der ICD- 10 galt Burnout nicht als psychische Erkrankung, sondern lediglich als Faktor der den Gesundzustand beeinflusst, und wurde im Kapitel Z. geführt.  Schätzungen zu Folge sind 20- 30% aller Personen aus den Risikoberufen gefährdet. 

In der der neuen ICD-11 wird das Burnout-Syndrom zu den neurotischen Belastungsstörungen gezählt und gillt damit auch offiziell als psychiatrisch diagonostizierbare Diagnose. 

Boreout, Burnout,  und Compassion Fatigue zählen zu den chronischen Erschöpfungssymptomatiken, die in Folge von Überbeanspruchung, beruflichem und privaten Stress und falschen Glaubenssätzen zu vermehrten Aufenthalten in sogenannten Burnout Kliniken (Psychosomatische Rehakliniken) führen. Weiterhin gehören Depression und Burnout zu den häufigsten Gründen für eine Krankschreibung. 

In meiner Praxis für Neurodiversität und Traumatherapie behandel ich neben Traumafolgestörungen auch Stressverarbeitungs-störungen und Erschöpfungszustände in Folge von Reizüberflutung und Überlastung. Darüber hinaus gebe ich Achtsamkeitsseminare in Unternehmen zur Gesundheitsprophylaxe und der Verringerung von einer Burnout Krankschreibung.   

Was ist Burnout und wie kommt es dazu?

Auch wenn das Burnout-Syndrom erst in der neuen ICD-11 Einzug in die psychologische Diagnostik gefunden hat, gibt es diese „Volkskrankheit“ schon seit 1974. Denn in diesem Jahr hat der amerikanische Psychologe Herbert Freudenberger beobachtet, dass viele junge, vormals hoch motivierte Mitarbeiter schon nach wenigen Arbeitsjahren verbraucht waren. Kurz darauf definierte er 12 unterschiedliche Phasen, die bei der Entwicklung eines Burn-Out eine tragende Rolle spielen. 

Manche von den angesprochenen Mitarbeitern verrichteten nur noch abgestumpft ihre Arbeit. Sie agierten im sogenannten Funktionsmodus während sie gleichzeitig ihre Empathiefähigkeit verloren. Der soziale Akku war förmlich leer. Er nannte dieses Phänomen Burnout-Syndrom.

Betroffene fühlten sich einfach leer, ausgelaugt und völlig ohne inneren Antrieb. Ein Synonym dafür ist auch die sogenannte Erschöpfungsdepression. Betroffene fühlen sich energielos, so als ob jemand ihnen das Licht ausgeknipst hat und ihr Motor nur noch auf Sparflamme läuft. 

In Helfenden Berufen wird der Verlust der Empathiefähigkeit ebenfalls als Compassion Fatigue bezeichnet oder als Mitgefühlsmüdigkeit bzw. Sekundäre Traumatisierung. Der amerikanische Psychologe und Familientherapeut Charles Figley, der diesen Begriff prägte, beobachtete nämlich, dass Ärzte und Krankenschwestern bei zu hohem Einsatz, dass Ende ihrer Belastungsgrenzen überschritten und teilweise die Symptome ihrer Patienten übernahmen. 

In Deutschland bezeichnet man dies auch gerne als Helfersyndrom. Tragischerweise überschreiten viele Betroffene beim Helfen ihre eigenen Grenzen. Die Akkus auffüllen fällt manchen hinterher schwer. Manch einem erscheint es schlichtweg unmöglich sich abzugrenzen, scheint das Helfen anderer dessen einziger Lebensinhalt zu sein. 

Die 12 Burnoutphasen

Drang sich zu beweisen

Überhöhte Ansprüche an die eigene Leistungsbereitschaft und Herausforderungen anzunehmen, für welche kaum Kapazitäten vorhanden sind.

Verstärkter Einsatz

Mehr Aufgaben übernehmen als leistbar, Überstunden machen ohne Freizeitausgleich, auch am Wochenende erreichbar sein. 

Varnachlässigung eigener Bedürfnisse

Verzicht auf Freizeit und angenehme Tätigkeiten, niedrige Prioisierung von Ernährung, Schlaf und Pausen

Verdrängung von Konflikten und Harmoniesucht

Unstimmigkeiten werden nicht angesprochen. Unzufriedenheit steigt. Distanz zu Angehörigen und Freunden wird aufgebaut. 

Umdeutung/Verlagerung der eigenen Werte 

Sinnstiftende Lebensinhalte die früher wichtig waren, geraten immer mehr in den Hintergrund. Arbeit und noch mehr „To Do´s“ stehen immer mehr im Fokus.

Verleugnung/Verdrängung von Problemen

Nicht wahrhabenwollen und gegenankämpfen der abnehmenden Leistungsbereitschaft und Lebensfreude. 

Sozialer Rückzug

Vermeidung von sozialen Aktivitäten. Betroffene schotten sich ab. Sie empfinden ihre Mitmenschen als anstrengend & nervig.             

Einengung/Gereiztheit

Betroffene verändern ihr Verhalten. Sie verlieren ihr Interesse an ihren Mitmenschen, entwickeln eine gewisse Negativität und Feindseligkeit gegenüber der Welt. 

Depersonalisation/Entfremdung

Das Gefühl, nur noch für andere zu funktionieren. Schmerzen treten gehäuft auf, psychosomatische Symptome nehmen zu. 

Innere Leere/Gefühl der Gefühllosigkeit

Der Versuch die innere Leere und die Ohnmacht mit exzessiven Sport, Alkohol, Shopping, Essen oder Youtube zu betäuben. 

Depression

Verzweiflung, Hoffnungslosgkeit, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und ggf. passive Todeswünsche (Suizidgedanken)

Völlige Erschöpfung

Nervenzusammenbruch (Nervous Breakdown) mit emotionalen, körperlichen und mentalen Faktoren. „Nichts geht mehr“

Burnout Symptome – die wichtigsten Krankheitsanzeichen

Zu Beginn einer Burnout-Krise wirken Betroffene alles andere als krank. Im Gegenteil: Siesind enthusiatisch und spüren gerade zu vor Ideen und leisten freiwllige Überstunden bzw. Mehrarbeit ab, während sie ihr ganzes Stresscortisol verballern. 

Burnout-Betroffene gelten als dynamisch, aktiv, zupackend, ideenreich und über jedes Maß sozial engagiert.Viele von Ihnen haben das Gefühl unentbehrlich zu sein, sind dauernd auf Achse und haben selten ausreichend Zeit. 

Durch diese Einstellung entsteht zwangsläufig eine Verleugnung der eigenen Bedürfnisse. Oft versuchen Betroffene durch Mehrarbeit und sozialem Engagement, Beziehungsprobleme, Misserfolge und Enttäuschungen zu kompensieren. Mit anderen Worten: Viele der aufgeführten guten Eigenschaften gelten bei näherem Hinsehen als Verursacher des Burnout- Syndroms. 

Burnout-Symptome

Wenn Erschöpfung chronisch ist

Neurasthenie wird der Krankheitszustand bezeichnet, wenn Betroffene bereits nach kleinen Anstrengungen müde sind. Allgemein wird hierbei von einer Nervenschwäche gesprochen, die als Folge eines neurotischen Konflikts verursacht wird. 

Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) dagegen hat eine organische Ursache. Auch wenn man meinen könnte, dass das chronische Müdigkeitssyndrom psychisch bedingt ist, wird heute von einer körperlichen Ursache ausgegangen. 

Burnout: Ursachen und Entstehungsfaktoren

Zu den Ursachen von Burnout gibt es verschiedene Theorien und Forschungsansätze. Einige Wissenschaftler betonen die Rolle von Konflikten, überzogenen Erwartungen, mangelnde Perspektive / Aussichten  auf Erfolg, Mobbing, Bossing oder fehlender Struktur in Teams.

Andere Mediziner wie z.b: die Hamburger Fachärztin für Psychosomatik und Fachbuchautorin Dr. Miriam Priess weist auf die Bedeutung von Beziehungskonflikten oder ungelösten familiären Verstrickungen hin, die bei helfenden lehrenden oder dienstleistenden Berufsgruppen in besonderem Maße auftreten. 

In meiner Arbeit als Trauma- und Paartherapeut bin ich auf das sogenannte „Beziehungsburnout“ gestoßen (siehe Blogartikel), was kurz nach der Verliebtheit auftritt oder wenn die Kinder ausgezogen sind und sich etwas in der Beziehungskonstellation verändert hat und man durch die desillusionierende Realität förmlich ausbrennt. 

Insbesondere drei Faktoren spielen bei der Entstehung von Burnout eine Rolle: 

Persönlichkeitsmerkmale:

Nicht jeder Mensch ist dem Risiko ausgesetzt ein Burnout zu entwickeln. Insbesondere Menschen, die eine gute Resilienz besitzen, d.h. gegenüber Konflikten widerstandsfähig sind und von sich überzeugt sind, die Dinge im Griff zu haben sind weniger gefährdet. 

Menschen die Ereignisse oder Leistungen eher anderen oder dem Zufall zuschreiben, die sich unter Wert verkaufen und die sich Kritik besonders zu Herzen nehmen, scheinen einer erhöhten Burnoutgefahr ausgesetzt zu sein. 

Laut den Big Five- Persönlichkeitsmodell neigen Personen mit einem erhöhten Wert für Neurotizismus (Neigung zu Ängstlichkeit, Hochsensibilität, Depression und Feindseligkeit) besonders Gefahr ein Burnout-Syndrom zu entwickeln. 

Äußere Faktoren:

Insbesondere spielen folgende Faktoren bei der Entstehung eines Burnouts eine Rolle:

  • Hohe Arbeitsbelastung
  • schlechte Arbeitsbededingungen
  • Zeitdruck
  • wettbewerbsorientiertes Betriebsklima
  • Nacht- und Schichtarbeit
  • Kommunikationsprobleme im Team
  • Verwaltungszwänge
  • Mobbing und Bossing
  • Zu Geringe Unterstützung durch Vorgesetzte
  • Unüberschaubarkeit und Komplexität der rbeitsabläufe
  • Überstunden und Mehrarbeit ohne Freizeitausgleich
  • Multitasking (zu viel Arbeit auf einmal

Psychologische Aspekte:

Die Diskrepanz zwischen starkem Einsatzwillen, den hohen Anforderungen und der beruflichen Realität wirkt auf viele Betroffene frustrierend und demoralisierend. Der Fachkräftemangel setzte diejenigen unter Druck, die eigentlich mit großem Einsatzwillen und Idealismus ihre Arbeit verrichten. 

Wenn die erbrachte Leistung nicht ausreicht, weil Arbeit liegen bleibt, Vorgesetzte mit Anerkennung sparen und damit förderliche Motivation ausbleibt (Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre) ist ein Burnout fast schon ein Selbstgänger. 

Viele Betroffene empfinden sich selbst als Versager, gerade dann wenn sie es nicht schaffen die Arbeit zu machen, welche sie sich vorgenommen haben. Das eigen Selbstwertgefühl leidet darunter, vor allem weil das eigene Versagen als Kränkung empfunden wird. 

Burnoutfaktoren

Burnout Diagnostik – Wie Burnout gefährdet bin ich?

Das Burnout Syndrom ist zwar laut ICD-10 offiziell keine Krankheit, jedoch ist es kein Grund stolz zu sein. In der neuen ICD-11 gibt es dann auch eine Burnout Diagnostik. 

Burnout gefährdet sind am häufigsten Menschen, mit einer eher gering ausgeprägten Resilienz. Das heißt tendenziell Menschen, die problemorientiert denken, wenig Zeit für Freunde oder Freizeit haben und sich oft und gerne für andere aufopfern und sich wundern, dass keiner für sie da ist, sobald sie selbst um Hilfe bitten. Manche der Betroffenen wuchsen mit unreifen, leistungsorientierten oder narzisstischen Eltern auf, die wenig Raum ließen für Pausen und altersgemäße Entwicklung. 

Abzugrenzen ist das Burnout Syndrom, welches erworben wurde, vom Fatigue-Syndrom und von der Neurasthenie, einem chronischen Erschöpfungszustand, auch bekannt als Nervenschwäche. Diese beiden Krankheitsbilder sind offiziell anerkannte Diagnosen und zählen zu den Somatisierungsstörungen.

Das Maslach Burnout Inventory ist ein standardisiertes Messinstrument zur Erfassung des Burnout-Syndroms. Der von Christina Maslach und Susan Jackson entwickelte Maslach Burnout Inventory ist der am weitesten verbreitete und älteste Burnout-Test. Er wurde 1986 entwickelt und misst drei Dimensionen von Burnout:

  • Emotionale Erschöpfung
  • Depersonalisierung (Empathieverlust)
  • Reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit

 

Wie nehmen Sie Ihre Arbeit wahr? Fühlen Sie sich erschöpft? Wie gut sind Sie in der Lage, Beziehungen zu anderen zu gestalten? Wie steht es um Ihren Grad an persönlicher Erfüllung?